Warum der Schiffsverkehr die Vorstellungskraft sprengte
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Warum der Schiffsverkehr die Vorstellungskraft sprengte

Lesezeit: 4 Min. 26.04.2018 by Ruben Dahmen

Wo setzen Sie Ihrer Vorstellungskraft Grenzen?

Frei nach dem Motto von Marcel Pagnol “Jeder wusste, dass es unmöglich war, bis auf den Idioten, der es nicht wusste – und es möglich machte!”, geschah im April des Jahres 1912 bereits ein “merk-würdiges” Ereignis: Die RMS Titanic, das zu diesem Zeitpunkt größte Passagierschiff, wurde zu Wasser gelassen und setzte damit neue Maßstäbe.

116 Jahre später und wieder zurück in der Gegenwart, hat sich eins noch nicht geändert: Immer noch scheinen Dinge unmöglich, bis sie schließlich vollbracht sind. Immer wieder schränken wir uns in unserer Fantasie ein, obwohl es hier eigentlich keine Grenzen gibt. Dennoch beweisen Menschen pausenlos, dass man durch Vorstellungskraft jede Hürde überwinden kann. So zum Beispiel auch im Schiffsverkehr.

Vor 10 Jahren nahm man in Deutschland noch an, dass das größte Containerschiff maximal 8.000 Container transportieren könne. Dies sei „das absolute Limit“. Man dachte erst garnicht darüber nach, dass dieses Limit doch noch überboten werden könnte, so Max Johns, Professor für Maritimes Management an der Hamburg School of Business Administration.

Am 15. März 2018 wurde in Hamburg eindrucksvoll bewiesen, dass dieser Wert nicht ansatzweise die Grenze des Möglichen darstellt. Das derzeit größte Containerschiff transportiert rund 20.000 Container und es wird bereits mit Frachtern gerechnet, die sogar 50.000 Container umfassen können.

Hören Sie passend zum Artikel: Dr. Burkhard Fritz in einem One-Minute Podcast über Vorstellungskraft.

Wo ist also nun das Limit? Und gibt es überhaupt eins? Mittlerweile sei man vorsichtig geworden „ein Limit nach oben festzulegen”, sagt Schiffsexperte Max Johns.

Trotzdem war all dies vor 10 Jahren unvorstellbar und man wäre wahrscheinlich für Prognosen in dieser Größenordnung für verrückt erklärt worden. Heute hingegen fragt man sich, an welchen Faktoren es scheiterte, dass man sich keine größeren Schiffe vorstellen konnte. Max Johns sieht hier drei entscheidende Faktoren:

  1. Unterschätzung der Anpassungsfähigkeit vieler Häfen. Man nahm an, dass es unmöglich sei, ein Schiff dieser Größe effizient zu entladen.
  2. Skepsis gegenüber der Durchführbarkeit so große Schiffe überhaupt bauen zu können.
  3. Das dritte und größte Problem: Der Mangel an VorstellungskraftEs war menschlich nicht möglich, sich 20, 30 oder gar 50.000 Container auf einem einzigen Schiff überhaupt vorzustellen.

Vorstellungskraft, die vielen Menschen immer wieder zu fehlen scheint. Während man sich in Europa noch nicht einmal mit Möglichkeiten zur Kapazitätserweiterung befasste, machte man in Asien sein eigenes Ding und baute drauf los, mit Erfolg! Mit dem Beispiel des Schiffsverkehrs zeigen die Asiaten, wer an seiner Vorstellungskraft bleibt und sich frei von allem macht, der wird es auch schaffen, diese zu verwirklichen.

Getreu nach dem Motto „Geht nicht, gibt´s nicht!“


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