My little Espresso

Wie aus Müll ein echtes Haus wird

Lesezeit: 5 Min. 06.03.2018 by Selina Benke

“Ich gehe mit Leuten ins Bett, wenn es für die Menschen ist. Ich mache es nur nicht, wenn es für’s Geld ist.“

Michael Reynolds geht es nicht um’s Geld. Alles in diesem Mann scheint nach Freiheit und Unabhängigkeit zu schreien. Eben auch seine „Earthships“. Der 69-jährige Architekt baut auf seine Art oder gar nicht. Kompromisslose Häuser aus Müll, die völlig autark sind. Sie funktionieren in Krisengebieten genauso gut und günstig wie zu Hause in der Wüste New Mexicos. Denn alles, was diese Gebäude benötigen, sind Sonne, Wind und Regenwasser.

Der Rest erledigt sich ganz von selbst. Eine besondere Filtertechnik sorgt für Trinkwasser, Solarenergie betreibt die nötigen Pumpen, das Abwasser wird für die hauseigene Plantage verwendet und Licht gibt es durch die schräge Fensterlage den ganzen Tag über. Als er vor 40 Jahren anfing seine Ideen zu bauen, galt er als Schande seines Standes. Reynolds wurde gemieden, als hafte der Geruch einer Müllhalde an ihm. Ihn ließ das kalt.

Er entwickelte seine außergewöhnlichen Konzepte konsequent weiter. Heute sind seine Ideen gefragt. Seine Häuser werden weltweit verkauft. Das Prinzip des Heißluftballons ist das Reynold´sche Erfolgsgeheimnis:

Wenn man den Ballast abwirft, dann geht es steil nach oben. Und Profitgeilheit ist nichts anderes als Ballast.
Michael Reynolds

Mit einem Grinsen fährt er fort: „Sie verstellt den Blick auf Visionen. Wir sind vollkommen frei zu tun, was wir wollen. Also was ich will. Ich bin die Firma.“ Basierend auf dieser Überzeugung fällt es ihm nicht schwer, Aufträge von großen Konzernen wie Hyundai oder der Regierung von Peking abzulehnen. Wenn es nicht zu seinen Bedingungen geht, dann geht´s eben nicht. Am Ende der Verhandlungen steht dann ein klares Nein. Oder wie Reynolds es gerne erzählt, ein unmissverständliches: „F..k you!“

Ein Unternehmer der besonderen Art.

Neben dem erfolgreichen Unternehmen gründete er bereits seine eigene Akademie, um sein Wissen weiterzugeben, steigt in die Hotelier-Branche ein, beteiligt sich an Projekten in Erdbebengebieten und veröffentlicht seine ersten Bücher. Was er verdient, steckt er nach eigener Aussagen direkt wieder in neue Projekte. Seine Ideen sollen weiter in die Welt getragen werden. Dafür lebt er.

Ein Unternehmer der ganz besonderen Art. Verrückt, besessen, konsequent aber immer authentisch, voller Leidenschaft und mit ganzem Herzen dabei. Apropos Freigeist: Wie viel Freiheit darf man eigentlich leben? Wie frei bin ich wirklich?

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